16. Juli 2026

Gasprüfung Wohnmobil: Pflicht, Intervall und Kosten der Prüfung nach G 607

Prüfer kontrolliert die Gasflaschen im Gaskasten eines Wohnmobils

Die Gasprüfung am Wohnmobil ist seit Juni 2025 kein Thema mehr, das sich aussitzen lässt: Die Übergangsfrist ist abgelaufen, seither muss für jede fest eingebaute Flüssiggasanlage eine gültige Prüfbescheinigung vorliegen. Der häufigste Irrtum dabei ist nicht die Frist, sondern die Annahme, das erledige die Hauptuntersuchung mit. Tut sie nicht — es sind zwei getrennte Termine.

Gasprüfung Wohnmobil: die Pflicht und ihre Rechtsgrundlage

Maßgeblich ist § 60 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung mit der Überschrift „Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen“. Der Paragraph erfasst ausdrücklich Freizeitfahrzeuge sowie Anlagen, die zu Wohnzwecken in anderen Fahrzeugen betrieben werden — also Wohnmobil und Wohnwagen gleichermaßen. Geprüft wird vor der ersten Inbetriebnahme, nach jeder Änderung an der Anlage und danach als wiederkehrende Prüfung. Die technische Regel dahinter ist das DVGW-Arbeitsblatt G 607; die Einzelheiten der Prüfung und die Anerkennung der Werkstätten stehen in den Anlagen XVII und XVIIa der StVZO.

Die vielzitierte Jahreszahl gehört dabei richtig eingeordnet. Geprüft wurden Gasanlagen in Freizeitfahrzeugen auch vorher schon — neu ist, dass die Pflicht in der StVZO verankert wurde und die Übergangsfrist am 19. Juni 2025 abgelaufen ist. Seither muss die Bescheinigung vorliegen. Wer liest, die Gasprüfung sei „seit 2025 überhaupt erst Pflicht“, hat eine populäre Verkürzung erwischt. Das Datum selbst steht nicht im Paragraphentext, sondern ergibt sich aus der Änderungsverordnung; ADAC und TÜV SÜD nennen es übereinstimmend.

Intervall: 24 Monate, gerechnet ab der letzten Prüfung

Das Intervall ist starr. Die Frist für die Wiederholungsprüfung endet mit Ablauf des 24. Monats nach der letzten Prüfung. Entscheidend ist das Datum auf der Bescheinigung, nicht das Kalenderjahr und auch nicht, wie oft das Fahrzeug bewegt wurde. Ein Wohnwagen, der zwei Jahre auf dem Saisonstellplatz stand, hat dieselbe Frist wie ein dauerhaft genutztes Reisemobil.

An diesem Intervall zeigt sich, wo die Gasprüfung vom HU-Termin abweicht. Die Hauptuntersuchung läuft in ihrem eigenen Rhythmus, und die Gasprüfung findet unabhängig davon statt. Praktisch heißt das: zwei Termine, zwei Fristen, zwei Bescheinigungen. Wer beides zusammenlegen kann, spart eine Anfahrt — automatisch zusammen kommt es nicht.

Kosten der Gasprüfung und Ablauf des Termins

Die Kosten sind überschaubar und liegen üblicherweise bei 40 bis 80 Euro, der Zeitaufwand bei etwa 20 bis 45 Minuten. Durchführen dürfen die Prüfung anerkannte Sachkundige, also auch unabhängige Prüferinnen und Prüfer — man ist nicht auf eine bestimmte Organisation festgelegt. Auf Campingplätzen und bei Händlern werden zur Saison häufig Sammeltermine angeboten, was die Anfahrt erspart.

Was passiert, wenn die Frist reißt

Bei überschrittener Frist sind gestaffelte Verwarnungsgelder vorgesehen: 15 Euro bei mehr als zwei bis vier Monaten, 25 Euro bei vier bis acht Monaten und 60 Euro bei mehr als acht Monaten. Gemessen an den Kosten der Prüfung sind das keine abschreckenden Beträge — das eigentliche Risiko liegt woanders. Eine Gasanlage ohne gültige Prüfung ist im Schadensfall ein Argument, das man in der Regulierung nicht auf seiner Seite haben möchte — und der Grund für die Prüfung ist nicht das Bußgeld, sondern eine Undichtigkeit, die man selbst nicht riecht.

Was bei der Prüfung nach G 607 kontrolliert wird

Die Prüfung nach G 607 sieht sich die Anlage als Ganzes an: die Gasflaschen und ihre Befestigung im Gaskasten, den Druckregler samt Alter der Schläuche, die festen Leitungen, die Absperreinrichtungen sowie die angeschlossenen Verbraucher — Kocher, Heizung, Kühlschrank und Backofen. Dazu kommt die Dichtheitsprüfung und der Blick auf die Belüftung des Gaskastens, die häufig durch verstautes Zubehör zugestellt ist.

Zwei Dinge lassen sich vorher selbst erledigen und verkürzen den Termin spürbar. Erstens: den Gaskasten leerräumen, sodass Flaschen, Regler und Leitungen frei zugänglich sind. Zweitens: das Alter des Druckreglers und der Schläuche prüfen, denn beides ist ein klassischer Austauschgrund und lässt sich im Vorfeld ohne Wartezeit erledigen. Welche Ausrüstung im Gaskasten überhaupt sinnvoll untergebracht wird, ordnet der Ratgeber zum Wohnmobil-Zubehör ein; für die Verbraucherseite ist der Bereich Grillen und Kochen die passende Anlaufstelle.

Alle Angaben geben den Stand von August 2026 wieder und sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich ist der Wortlaut der StVZO in der jeweils geltenden Fassung.

Häufige Fragen

Ist die Gasprüfung am Wohnmobil Pflicht?

Ja. Nach § 60 StVZO muss für fest eingebaute Flüssiggasanlagen in Freizeitfahrzeugen eine gültige Prüfbescheinigung vorliegen. Die Übergangsfrist ist am 19. Juni 2025 abgelaufen.

Wie oft muss die Gasanlage geprüft werden?

Alle 24 Monate. Die Frist endet mit Ablauf des vierundzwanzigsten Monats nach der letzten Prüfung — unabhängig davon, wie oft das Fahrzeug genutzt wurde.

Ist die Gasprüfung Teil der Hauptuntersuchung?

Nein. Sie findet unabhängig von der HU statt und ist ein eigener Termin mit eigener Frist und eigener Bescheinigung.

Was kostet die Gasprüfung?

Üblicherweise 40 bis 80 Euro bei etwa 20 bis 45 Minuten Zeitaufwand. Durchführen dürfen sie anerkannte Sachkundige, auch unabhängige Prüfer.

Was droht bei abgelaufener Prüfung?

Gestaffelte Verwarnungsgelder: 15 Euro bei mehr als zwei bis vier Monaten Überschreitung, 25 Euro bei vier bis acht Monaten und 60 Euro bei mehr als acht Monaten.