Zelte und Strandzelte: die richtige Größe, UV-Schutz und Gewicht

Trekkingzelt an einem Berghang bei Tageslicht

Zelte und Strandzelte trennt vor allem der Zweck: das eine soll bei jedem Wetter wohnlich bleiben, das andere am Strand Schatten und Wind abfangen. Die Angabe auf dem Zelt-Etikett und die Erfahrung in der Praxis klaffen häufig auseinander: Ein “4-Personen-Zelt” bietet nach Herstellerlogik gerade so viel Fläche, dass vier Isomatten eng nebeneinander passen. Für Gepäck, Rucksäcke oder einen verregneten Nachmittag im Zelt bleibt kaum Raum. Am Strand stellt sich dagegen eine völlig andere Rechnung: Dort zählen UV-Schutzwerte, Prüfnormen und die Verankerung im Wind mehr als die reine Grundfläche. Beim Trekking und auf der Radreise wiederum entscheidet jedes Gramm über die Tagesetappe, während allein das Packmaß darüber bestimmt, ob das Zelt in der Lenkertasche überhaupt Platz findet. Der folgende Ratgeber ordnet diese drei Rechnungen: die reale Personenkapazität eines Zelts, den UV-Schutz einer Strandmuschel und das Gewichts- und Packmaß-Budget eines Trekkingzelts. Der Rechner unten liefert für alle drei Fälle eine erste Orientierung auf Basis von Fachhandels- und Herstellerangaben.

Familien- & Autocamping: Größe finden

Empfohlene Nennkapazität: Personen + 1 (bei Urlaubskomfort + 2). Das ist ein Richtwert des Fachhandels, keine DIN-Norm.

Platzbedarf

Zelttypen im Überblick

Bevor eine Größe oder ein Gewicht Sinn ergibt, lohnt sich der Blick auf die Bauform, denn sie bestimmt, wie sich Aufbauaufwand, Windverhalten und Flächennutzung zueinander verhalten. Die fünf gängigen Bauformen unterscheiden sich dabei deutlich stärker, als es die reine Personenzahl auf dem Etikett vermuten lässt.

Kuppelzelt / Geodät

Beim Kuppelzelt kreuzen sich zwei oder mehr Gestängebögen über der Grundfläche und stellen das Zelt weitgehend selbsttragend auf, ein echter Vorteil, wenn der Untergrund kaum Halt für Heringe bietet. Je mehr Gestängebögen sich kreuzen (bei einem echten Geodät sind es typischerweise drei oder mehr), desto höher die Windstabilität, allerdings auch der Aufbauaufwand. Die gewölbten Wände kosten allerdings Kopf- und Stauraum an den Rändern, weshalb die Flächennutzung im Vergleich zum Tunnelzelt geringer ausfällt. Ein zweiter Eingang ist laut Fachhandel ab zwei Personen sinnvoll, damit nachts niemand über die Mitschläfer klettern muss. Als Innenlänge reichen bei einem Kuppelzelt durch die steileren Wände in aller Regel 220 Zentimeter aus. Der klassische Einsatzbereich sind Solo- und Paar-Touren sowie Trekking, wo Windstabilität und freistehender Aufbau schwerer wiegen als maximale Wohnfläche.

Tunnelzelt

Tunnelzelte nutzen mehrere parallele Bögen, die das Zelt wie einen Tunnel aufspannen. Dadurch entsteht eine annähernd rechteckige Grundfläche mit fast senkrechten Wänden. Fachhandelsquellen beziffern die nutzbare Grundfläche auf rund 90 Prozent, den mit Abstand besten Wert im Vergleich der Bauformen. Der Haken: Ein Tunnelzelt ist nicht freistehend und muss an beiden Enden ordentlich abgespannt werden, damit die Windstabilität stimmt. Steht die Abspannung locker, gibt die Konstruktion im Wind deutlich schneller nach als ein Geodät. Für große Personen sollte die Innenlänge 230 Zentimeter oder mehr betragen, im Standardfall gelten mindestens 220 Zentimeter als Richtwert. Wegen der guten Raumausnutzung und der oft vorhandenen Stehhöhe dominiert das Tunnelzelt das Familien- und Autocamping-Segment, wo Gewicht keine große Rolle spielt, aber Wohnkomfort zählt.

Wurfzelt / Pop-up

Ein Wurfzelt entfaltet sich über ein vorgespanntes, flexibles Gestänge binnen Sekunden von selbst und lässt sich fast genauso schnell wieder zusammenfalten. Dieser Aufbaukomfort hat seinen Preis: Bei stärkerem Wind lässt sich ein Pop-up-Zelt nach Einschätzung von Fachhandelstests spürbar schwerer kontrollieren als ein Zelt mit steckbarem Gestänge, weil die vorgespannten Ringe der Windlast wenig entgegensetzen. Wurfzelte sind meist klein dimensioniert und für kurze Aufenthalte gedacht, weshalb sie vor allem bei Festivals, Tagesausflügen und als Ergänzung zur Strandausrüstung zum Einsatz kommen.

Strandmuschel

Die Strandmuschel ist keine kleine Zeltvariante, sondern eine eigene Kategorie mit einem anderen Ziel: Sie schützt in erster Linie vor Sonne und Wind, nicht vor Regen über Nacht. Konstruktiv finden sich sowohl Pop-up- als auch Gestänge-Bauarten, beide mit dem gleichen Grundproblem: Die große, oft halboffene Angriffsfläche macht Strandmuscheln windempfindlicher als geschlossene Zelte, weshalb eine sichere Verankerung im Sand entscheidend ist. Welcher UV-Schutzwert dabei sinnvoll ist, behandelt der Abschnitt weiter unten im Detail.

Firstzelt

Das Firstzelt mit seiner klassischen Giebelform und einer First-Stange über die gesamte Zeltlänge ist die älteste der hier vorgestellten Bauformen. Die steilen Dachflächen lassen Regen zuverlässig ablaufen, kosten an den Seiten aber Kopf- und Stauraum, sodass die Flächennutzung im Vergleich zu Tunnel und Kuppel eher gering ausfällt. In robuster, schwerer Ausführung findet man Firstzelte noch bei Expeditionen und in Regionen mit anspruchsvollen Wetterbedingungen, wo unkomplizierte Stabilität wichtiger ist als geringes Gewicht oder maximale Fläche.

Zelttyp Aufbau-Aufwand Windstabilität Flächennutzung Gewicht typ. Einsatz
Kuppelzelt / Geodät mittel hoch (bei korrekter Verspannung) mittel mittel Solo-/Paar-Touren, Trekking
Tunnelzelt mittel bis hoch mittel (abhängig von der Abspannung) hoch (~90 %) mittel bis hoch Familien-/Autocamping
Wurfzelt / Pop-up gering gering bis mittel gering bis mittel gering bis mittel Festival, Kurztrip
Strandmuschel gering gering (windempfindlich) nicht vergleichbar (Tagesschutz) gering Sonnenschutz am Strand
Firstzelt mittel bis hoch mittel bis hoch gering mittel bis hoch Expedition, robustes Trekking

Die richtige Größe: wie viele Personen passen wirklich hinein?

Die Personenangabe auf dem Zeltkarton beruht auf einer sehr knappen Rechnung: Fachhandelsquellen wie Globetrotter nennen 60 Zentimeter Schlafbreite pro Person als Hersteller-Faustformel. Das reicht für ein enges Nebeneinanderliegen, aber kaum für ein bequemes Umdrehen im Schlaf oder Ausrüstung neben der Isomatte. Wer mehr Komfort will, sollte laut derselben Quelle mit 70 bis 80 Zentimetern pro Person rechnen. Der Unterschied zwischen beiden Werten erklärt größtenteils, warum sich ein “4-Personen-Zelt” in der Praxis oft eng anfühlt: Es ist exakt nach der knappen 60-Zentimeter-Logik kalkuliert, nicht nach der Komfort-Variante.

Ein zweiter, ebenso wichtiger Faktor ist die Länge des Innenzelts. Bei Tunnelzelten gelten mindestens 220 Zentimeter als Untergrenze, für große Personen sollten es 230 Zentimeter oder mehr sein; bei Kuppelzelten reichen dank der steileren Wände meist schon 220 Zentimeter aus. Wer deutlich über 1,90 Meter groß ist, sollte diese Zahl vor dem Kauf explizit prüfen, statt sich auf die Personenangabe zu verlassen.

Aus diesen beiden Beobachtungen leitet der Fachhandel eine simple, aber gut belegte Regel ab: Ein Zelt sollte für eine Person mehr ausgelegt sein, als tatsächlich darin schlafen soll, bei Urlaubskomfort sogar für zwei Personen mehr. Eine vierköpfige Familie fährt demnach mit einem Fünf- oder besser Sechs-Personen-Zelt deutlich komfortabler als mit der exakt passenden Vier-Personen-Variante, weil so Platz für Taschen, Rucksäcke und einen Schlechtwettertag bleibt. Wichtig dabei: Für Zeltmaße existiert keine amtliche DIN-Norm, alle Kapazitätsangaben sind Herstellerkonventionen und Fachhandels-Faustregeln, belastbar durch breiten Konsens, aber kein geprüfter Standard wie etwa bei einer Matratzengröße.

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Strandzelt UV-Schutz am Strand

Bei einer Strandmuschel zählt weniger die nackte UPF-Zahl auf dem Etikett als die Prüfmethode dahinter. Der UV Standard 801 gilt als der strengste textile UV-Prüfstandard, weil er den Schutzfaktor im nassen, gedehnten und bereits gewaschenen Zustand misst und ausschließlich den niedrigsten gemessenen Wert zertifiziert, also den ungünstigsten Fall, den ein Gewebe im echten Gebrauch erreichen kann. Andere Prüfnormen wie die australisch-neuseeländische AS/NZS 4399 oder die europäische EN 13758 testen dagegen an neuem, trockenem, ungedehntem Material und liefern dadurch tendenziell optimistischere Werte. In der Praxis kann ein nach UV Standard 801 mit UPF 20 zertifiziertes Gewebe den realen Schutz eines gealterten, nach der milderen Norm mit UPF 50+ ausgezeichneten Stoffs sogar übertreffen. Die Prüfbedingung ist am Ende aussagekräftiger als die isolierte Zahl. Wer Zelte und Strandzelte vergleicht, findet den Strandzelt UV-Schutz als UPF-Wert angegeben; UPF 50+ gilt als sinnvoller Richtwert.

Das UV-Standard-801-Label kennt die Stufen 10, 15, 20, 30, 40, 60 und 80, wobei 80 den höchsten erreichbaren Schutz markiert. Zur Einordnung: Ein Gewebe mit UPF 50+ lässt weniger als 2 Prozent der UV-Strahlung durch, bei UPF 80 sind es weniger als 1,25 Prozent, ein Unterschied, der bei empfindlicher Kinderhaut durchaus relevant ist. Für Kinder und Babys empfiehlt der Fachhandel deshalb übereinstimmend mindestens UPF 50+, und auch das Bundesamt für Strahlenschutz rät bei UV-Schutzkleidung ausdrücklich zu dicht gewebten Stoffen mit Zertifizierung nach dem UV Standard 801, ohne dabei eine feste UPF-Zahl vorzuschreiben.

Wichtig für die Kaufentscheidung: Eine UPF-Kennzeichnung ist in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben, weder als Pflichtangabe noch mit einer bestimmten Prüfmethode. Ein Produkt ohne UPF-Angabe ist also nicht automatisch schlechter geschützt, es fehlt lediglich der geprüfte Nachweis. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet gezielt auf das UV-Standard-801-Siegel statt sich auf Werbeversprechen zu verlassen.

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Verankerung & Windsicherheit

Eine Strandmuschel steht und fällt mit ihrer Verankerung, denn die große Angriffsfläche macht sie windempfindlicher als ein geschlossenes Zelt. Bewährt haben sich laut Fachhandelstests Sandsäcke an den Eckpunkten kombiniert mit rund 30 Zentimeter langen Sandheringen, die im lockeren Strandboden deutlich mehr Halt geben als kurze Standardheringe. Auf Wiesen- oder Festivalboden übernehmen normale Heringe zusammen mit ordentlich gespannten Abspannleinen dieselbe Funktion. Grundsätzlich gilt: Eine Strandmuschel sollte nie unbeaufsichtigt im Wind stehen bleiben, unabhängig davon, wie gut sie verankert ist.

Eine belastbare Windgeschwindigkeits-Grenze in Kilometern pro Stunde, ab der eine Strandmuschel zwingend eingerollt werden muss, gibt es dagegen nicht. Weder Hersteller noch Behörden nennen einen solchen Schwellenwert. Als grobe Orientierung kursiert in einzelnen Fachhandelstests die Empfehlung, ab Windstärke 6 auf der Beaufort-Skala (nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes umgerechnet etwa 39 bis 49 Kilometer pro Stunde, “starker Wind”) einzurollen. Diese Umrechnung selbst ist gut belegt, ihre Anwendung auf Strandmuscheln stammt jedoch aus einer einzelnen Testredaktion und sollte als weiche Richtschnur verstanden werden, nicht als geprüfte Herstellergrenze.

Bei der Bauart macht sich der Windkompromiss deutlich bemerkbar: Pop-up-Modelle lassen sich in Sekunden aufstellen, geraten bei stärkerem Wind aber schneller ins Trudeln, weil ihr vorgespanntes Ringgestänge wenig Widerstand bietet. Modelle mit steckbarem Gestänge brauchen länger beim Aufbau, stehen im Wind dafür spürbar ruhiger. Wer regelmäßig an offenen, windexponierten Stränden unterwegs ist, sollte diesen Aufbauaufwand gegen die zusätzliche Stabilität abwägen, statt allein auf die Aufbauzeit zu schauen.

Leichtzelte für Trekking & Radreise

Beim Trekking kehrt sich die Logik aus dem Familiencamping um: Statt eine Nummer größer zu kaufen, zählt jedes eingesparte Gramm. Der Fachhandel unterscheidet zwei Gewichtsklassen: Als Leichtzelt gilt, was pro Person etwa 1 bis 2 Kilogramm auf die Waage bringt, als Ultraleichtzelt alles unter 1 Kilogramm pro Person, teils sogar unter 700 Gramm. Eine offizielle Definition von “ultraleicht” existiert nicht. Es handelt sich um eine Konvention, die sich im Fachhandel etabliert hat, nicht um einen geprüften Grenzwert.

Wie realistisch diese Zahlen sind, zeigen reale Herstellerangaben: Zwei-Personen-Trekkingzelte von VAUDE wiegen je nach Modell zwischen rund 1,9 und 2,9 Kilogramm, was umgerechnet etwa 0,95 bis 1,45 Kilogramm pro Person entspricht und die Leichtzelt-Definition damit bestätigt. Als grobe Obergrenze für ein Zwei-Personen-Trekkingzelt gilt im Fachhandel ein Gesamtgewicht von 3 bis 4 Kilogramm. Alles darüber gilt eher als Camping- denn als Trekkingzelt. Auch das Packmaß dieser Modelle liefert eine brauchbare Referenz: Reale Zwei-Personen-Trekkingzelte packen sich auf etwa 45 bis 55 Zentimeter Länge bei 18 bis 20 Zentimetern Durchmesser zusammen.

Wie viel Zeltgewicht sich ein Wanderer überhaupt zumuten sollte, hängt vom Körpergewicht ab. Der Rucksackhersteller Deuter empfiehlt für die Gesamtlast des Rucksacks 20 bis 25 Prozent des Körpergewichts, was sich in der Faustformel Körpergewicht geteilt durch 4 bei guter Kondition beziehungsweise durch 5 bei durchschnittlicher Kondition niederschlägt; der Kompass-Verlag nennt für lange Touren ein Viertel des Körpergewichts als Obergrenze, beide Angaben decken sich also weitgehend. Bei Kindern liegt die zumutbare Rucksacklast deutlich niedriger, bei rund 10 Prozent des Körpergewichts. Wer sein Zelt auf dem Fahrrad statt im Rucksack transportiert, sollte weniger auf das Gewicht als auf die Packlänge des Gestänges achten, denn diese entscheidet darüber, ob das Bündel überhaupt in eine Lenkertasche oder neben den Rahmen passt. Eine allgemeingültige Zentimetergrenze für “passt in jede Fahrradtasche” lässt sich dabei nicht seriös angeben, zu unterschiedlich sind Taschen und Rahmengeometrien.

Wer sein Zelt und die übrige Campingausrüstung stattdessen im Wohnmobil transportiert, muss das gesparte Trekkinggewicht ohnehin nicht einrechnen, dafür aber die Zuladung des Fahrzeugs im Blick behalten, denn dort summieren sich Zelt, Vorzelt und Campingmöbel schnell zu einem spürbaren Gewichtsposten.

Klasse kg/Person typ. Packmaß Einsatz Kompromiss
Ultraleicht unter 1 kg klein, modellabhängig Solo-Trekking, Fastpacking oft dünnere Materialien, höherer Preis
Leicht 1–2 kg ca. 45–55 × 18–20 cm Trekking, Radreise guter Mittelweg aus Gewicht und Robustheit
Komfort (Konvention, keine Norm) über 2 kg größer, sperriger Autocamping, kurze Zustiege mehr Platz und Robustheit, höheres Gewicht

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Materialien & Wassersäule

Die meisten Zeltböden und Außenzelte sind heute entweder mit Polyurethan (PU) oder mit Silikon beschichtet. PU-Beschichtungen sind günstiger in der Herstellung und lassen sich gut verkleben, altern über Jahre aber tendenziell schneller und können bei falscher Lagerung klebrig werden oder sich lösen. Silikonbeschichtungen sind in der Regel widerstandsfähiger gegenüber UV-Strahlung und bleiben länger elastisch, lassen sich dafür nicht verkleben, sondern nur nähen, weshalb silikonbeschichtete Nähte oft mit einem separaten Dichtmittel statt mit Klebeband abgedichtet werden.

Die Wassersäule gilt als grobe Orientierung dafür, wie viel Wasserdruck ein Gewebe aushält, bevor es durchlässig wird. Eine feste, allgemeingültige Messzahl in Millimetern lässt sich dafür aber nicht seriös angeben, da Prüfaufbauten und Materialqualität stark variieren und es keine einheitliche verbindliche Norm für Freizeitzelte gibt. Wichtiger als die isolierte Zahl auf der Verpackung ist deshalb, wie sauber die Nähte verarbeitet sind: Werksseitig verklebte oder tapete Nähte verhindern, dass Wasser genau dort eindringt, wo die Beschichtung durch die Nadellöcher unterbrochen ist, eine Schwachstelle, die eine hohe Wassersäule allein nicht ausgleicht.

Am Boden lohnt sich zusätzlich eine Unterlegplane (Footprint), die die empfindliche Bodenwanne vor Steinen und Ästen schützt und die Lebensdauer des Zeltbodens spürbar verlängert. Bei kalten Nächten kommt ein weiterer Materialfaktor ins Spiel: Ein einwandiges Zelt kondensiert an der Innenseite deutlich stärker als eine zweiwandige Konstruktion mit Innen- und Außenzelt, weil warme, feuchte Atemluft direkt auf die kalte Außenhaut trifft. Wie sich dieses Kondensproblem bei niedrigen Temperaturen zusätzlich verschärft und welche Zeltkonstruktionen dafür besser geeignet sind, behandelt der Ratgeber zum Zelten bei Kälte ausführlicher.

Pflege & Lagerung

Die häufigste Ursache für ein vorzeitig unbrauchbares Zelt ist keine mangelhafte Verarbeitung, sondern falsche Lagerung. Ein Zelt darf niemals feucht oder auch nur leicht angefeuchtet zusammengepackt und über längere Zeit gelagert werden: In der Feuchtigkeit setzen sich Schimmelsporen fest, die Stoff und Nähte dauerhaft schädigen, und die Beschichtung kann sich durch Hydrolyse zersetzen, einen chemischen Abbauprozess, der die PU-Schicht klebrig und brüchig werden lässt. Nach jedem Einsatz sollte das Zelt deshalb vollständig aufgebaut oder zumindest ausgebreitet trocknen, bevor es zusammengelegt und trocken gelagert wird.

Die imprägnierende Ausrüstung von Außenzelt und Boden lässt mit der Zeit nach, erkennbar daran, dass Wasser nicht mehr abperlt, sondern das Gewebe sichtbar durchfeuchtet. Eine Reimprägnierung mit einem für das jeweilige Material geeigneten Mittel stellt diesen Schutz wieder her und sollte je nach Nutzungshäufigkeit alle ein bis zwei Saisons erfolgen. Reißverschlüsse verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit: Sand und Salzwasser setzen sich in den Zähnen fest und lassen den Schieber schwergängig werden, weshalb sich regelmäßiges Ausspülen mit klarem Wasser und gelegentliches Einfetten mit einem Reißverschluss-Wachs auszahlt, bevor ein Zahn ausbricht und der komplette Verschluss ersetzt werden muss.

Wer das Zelt regelmäßig für längere Standzeiten nutzt, profitiert zusätzlich von einer überdachten Apsis, unter der feuchte Ausrüstung zwischenlagern kann, ohne den Wohnraum im Innenzelt zu belegen. Ein ähnliches Prinzip verfolgt ein Vorzelt am Wohnwagen oder Wohnmobil, das als überdachter Stauraum für Schuhe, Campingstühle und nasse Ausrüstung dient und so das eigentliche Zelt oder den Innenraum trocken hält.

Häufige Fragen zu Zelten und Strandzelten

Wie viele Personen passen wirklich in ein 4-Personen-Zelt?

Herstellerangaben rechnen meist mit knapp 60 Zentimetern Schlafbreite pro Person, also mit der engstmöglichen Belegung. Für echten Komfort mit Platz für Gepäck empfiehlt der Fachhandel eher 70 bis 80 Zentimeter pro Person, weshalb ein Vier-Personen-Zelt für vier Erwachsene mit Gepäck in der Praxis oft eng wird.

Warum sollte man ein Zelt eine Nummer größer kaufen?

Herstellerangaben sind knapp kalkuliert und lassen kaum Platz für Rucksäcke oder einen Schlechtwettertag. Der Fachhandel empfiehlt deshalb übereinstimmend, ein Zelt für eine Person mehr als die tatsächliche Nutzerzahl zu wählen, bei Urlaubskomfort sogar für zwei Personen mehr.

Welchen UV-Schutz braucht eine Strandmuschel für Kinder?

Für Kinder und Babys gilt im Fachhandel mindestens UPF 50+ als Zielwert, der weniger als 2 Prozent der UV-Strahlung durchlässt. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt zusätzlich dicht gewebte Stoffe mit Zertifizierung nach dem UV Standard 801, ohne eine bestimmte UPF-Zahl gesetzlich vorzuschreiben.

Was bedeutet UV Standard 801?

Der UV Standard 801 ist ein unabhängiges Prüflabel, das als strengster textiler UV-Schutzstandard gilt. Er misst den Schutzfaktor im nassen, gedehnten und bereits gewaschenen Zustand und zertifiziert nur den niedrigsten gemessenen Wert, also den ungünstigsten realen Fall.

Ab welchem Wind muss eine Strandmuschel gesichert werden?

Eine offizielle Kilometer-pro-Stunde-Grenze gibt es dafür nicht. Als grobe Orientierung nennen einzelne Fachhandelstests Windstärke 6 auf der Beaufort-Skala, umgerechnet etwa 39 bis 49 Kilometer pro Stunde; unabhängig davon sollte eine Strandmuschel nie unbeaufsichtigt im Wind stehen bleiben.

Wie schwer darf ein Trekkingzelt für zwei Personen sein?

Als grobe Obergrenze für ein Zwei-Personen-Trekkingzelt gilt im Fachhandel ein Gesamtgewicht von 3 bis 4 Kilogramm. Reale Herstellermodelle liegen häufig zwischen 1,9 und 2,9 Kilogramm, was die Einordnung als Leichtzelt bestätigt.

Was ist der Unterschied zwischen ultraleicht und leicht?

Als Leichtzelt gilt im Fachhandel, was etwa 1 bis 2 Kilogramm pro Person wiegt, als Ultraleichtzelt alles unter 1 Kilogramm pro Person, teils sogar unter 700 Gramm. Eine offizielle, genormte Definition von “ultraleicht” existiert dabei nicht, es handelt sich um eine Fachhandelskonvention.

Worauf kommt es beim Zelttransport am Fahrrad an?

Entscheidend ist weniger das Gewicht als die Packlänge des Gestänges, denn diese bestimmt, ob das Bündel in eine Lenkertasche oder neben den Rahmen passt. Eine allgemeingültige Zentimetergrenze für alle Fahrradtaschen lässt sich dafür nicht seriös angeben.

Was sagt die Wassersäule über ein Zelt aus?

Die Wassersäule gibt eine grobe Orientierung dafür, wie viel Wasserdruck ein Gewebe verträgt, bevor es durchlässig wird. Eine allgemeingültige Millimeterzahl lässt sich mangels einheitlicher Norm für Freizeitzelte aber nicht seriös angeben; mindestens ebenso wichtig sind sauber verklebte oder getapete Nähte.

Wie lagert man ein Zelt richtig?

Ein Zelt muss vollständig trocken gelagert werden, da Feuchtigkeit Schimmelbildung und eine hydrolytische Zersetzung der Beschichtung begünstigt. Nach jedem Einsatz sollte es deshalb erst vollständig trocknen, bevor es zusammengelegt wird, und die Imprägnierung sollte je nach Nutzung alle ein bis zwei Saisons erneuert werden.