Kühlbox-Vergleich: Kompressor, Absorber oder thermoelektrisch

Die Kühlbox ist das Gerät, bei dem die Preisspanne am wenigsten über die Eignung sagt. Eine thermoelektrische Box für 60 Euro kühlt im Hochsommer kaum unter Außentemperatur, eine Kompressorbox für 400 Euro macht Eiswürfel bei 35 Grad im Schatten, und die Absorberbox für 250 Euro läuft lautlos mit Gas, versagt aber im Zelt bei Hitze. Welche Technik passt, hängt davon ab, wo und wie lange die Box arbeiten soll.
Dieser Vergleich stellt die drei Techniken gegenüber und ordnet sie typischen Einsatzprofilen zu. Wer sich die Modelle vor dem Kauf nebeneinander ansehen will, findet alle drei Techniken bei den Zubehörausstellern auf dem Caravan Salon in Düsseldorf.
Thermoelektrisch: Günstig, leicht, begrenzt
Thermoelektrische Boxen arbeiten mit einem Peltier-Element, das bei Stromfluss eine Seite kühlt und die andere erwärmt. Sie sind leicht, günstig und laufen an 12 Volt im Auto. Ihre Grenze ist physikalisch: Sie kühlen etwa 18 bis 20 Grad unter Umgebungstemperatur. Bei 25 Grad im Auto sind das kühle 6 Grad, bei 35 Grad im Zelt sind es 15 Grad, und das reicht für Getränke, nicht für Fleisch. Der Stromverbrauch ist dauerhaft, der Lüfter läuft immer, und ohne Landstrom ist die Autobatterie nach einer Nacht leer. Als Box für die Fahrt zum Campingplatz und für Wochenenden mit Stromanschluss ist sie in Ordnung, als einzige Kühlung im Sommerurlaub nicht.
Absorber: Lautlos mit Gas, aber hitzeempfindlich
Absorberboxen kühlen mit einer Wärmequelle, meist Gas, alternativ 12 oder 230 Volt, und ohne bewegliche Teile. Sie sind damit völlig lautlos, was im Wohnmobil nachts den Ausschlag geben kann, und sie laufen mit einer Gaskartusche tagelang ohne Strom. Dafür brauchen sie eine ebene Aufstellung, eine gute Belüftung und sind bei hohen Außentemperaturen schwach, weil die Kühlleistung mit der Umgebung sinkt. Der ADAC, der auf adac.de Camping-Zubehör testet, weist zudem darauf hin, dass der Gasbetrieb in geschlossenen Räumen und während der Fahrt nicht zulässig ist. Für Standplätze mit Gasflasche und Schatten sind Absorberboxen eine gute Wahl, für Zeltcamping im Süden nicht.
Kompressor: Die Technik des Kühlschranks
- Leistung: Kühlt unabhängig von der Außentemperatur bis in den Minusbereich, auch bei 40 Grad im Auto.
- Stromverbrauch: Der Kompressor läuft in Intervallen und zieht im Schnitt deutlich weniger als eine thermoelektrische Box, mit Batteriewächter gegen Tiefentladung.
- Nachteil: Preis ab etwa 250 Euro, Gewicht ab zehn Kilogramm und ein hörbares Brummen beim Anlaufen, das im Zelt stört, im Wohnmobil kaum.
- Solar: Mit einem Faltmodul von 100 Watt läuft eine Kompressorbox im Sommer autark, was mit keiner anderen Technik möglich ist.
Welche Box für welches Profil
Für Tagesausflüge und die Fahrt zum Platz mit Landstrom reicht die thermoelektrische Box. Für das Wohnmobil mit Gasflasche und festem Stellplatz ist die Absorberbox die leise Lösung. Für alles andere, vor allem Zeltcamping ohne Strom, Hitze und längere Touren, führt kein Weg an der Kompressorbox vorbei. Das Campingportal PiNCAMP hat in einer Umfrage unter Dauercampern festgestellt, dass die meisten mit einer thermoelektrischen Box begonnen und nach einem Sommer auf Kompressor gewechselt haben. Der Umweg kostet den Preis der ersten Box.
Größe, Deckel, Zubehör
Für zwei Personen genügen 25 bis 30 Liter, für Familien 40 bis 50. Ein Deckel, der sich von beiden Seiten öffnet, ist im Wohnmobil praktisch, eine Innenbeleuchtung hilft nachts, und ein Korb trennt Fleisch von Getränken. Beim Kompressor lohnt der Blick auf die Energieeffizienzklasse, beim Absorber auf die Kartuschenart, bei der thermoelektrischen Box auf den Lüfter, denn billige Modelle pfeifen nach einem Sommer. Kühlboxen und Einbaukühlschränke nach Größe und Einsatz ordnet die Übersicht Kühlboxen & Kühlschränke.
Fazit: Die Technik zum Einsatz, nicht zum Preis
Die günstigste Kühlbox ist im Sommer oft die teuerste, weil sie ersetzt wird. Wer ehrlich einschätzt, wo die Box arbeiten soll, ohne Strom, bei Hitze, nachts im Wohnmobil, findet die richtige Technik beim ersten Kauf. Für die meisten Camper ohne festen Stromanschluss heißt das Kompressor, und das Brummen gehört dann zum Urlaub.